Shopify – Auch für den deutschen Markt relevant?

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Shopify – Auch für den deutschen Markt relevant?
Shopify gehört vor allem im Herkunftsland, den USA, zu den populärsten Shopsystemen und wird vielfach hoch gelobt. Was die Mietshop-Lösung wirklich drauf hat, und wie gut sie sich für den deutschen Markt eignet, schauen wir uns in folgendem Testbericht genauer an.
Unser Testbericht in wenigen Sätzen zusammengefasst
Im Großen und Ganzen wird Shopify den Ansprüchen der meisten Nutzer, mit Ausnahme von großen Unternehmen, absolut gerecht, und ist auch für Einsteiger leicht zugänglich. Das System ist sowohl im Funktionsumfang als auch in der Aufmachung auf dem aktuellsten Stand und kann sehr gut mit der Konkurrenz mithalten. Die größte Schwäche stellt die mangelnde Optimierung für den deutschen Markt dar.
Für wen eignet sich Shopify?
Shopify ist einsteigerfreundlich gestaltet und eignet sich daher gut für Anfänger und Start-Ups. Das System verfügt trotzdem über einen umfangreichen Funktionsumfang und ist somit auch für mittelständische Unternehmen eine ernstzunehmende Option. Größere Unternehmen und Shops werden jedoch schnell and die Grenzen der Software stoßen, da es selbst der Enterprise-Ausführung an Skalierbarkeit und Anpassungsoptionen mangelt.
Installation und Einrichtung
Der Einrichtungsprozess ist bei Shopify sehr zugänglich gestaltet und ist auch für Einsteiger ohne Vorkenntnisse recht einfach zu bewältigen. Direkt nach der Anmeldung erhält man eine E-Mail, in der die ersten Schritte erklärt werden, und kann sofort mit der Konfiguration im Verwaltungsbackend beginnen. Bei diesem Prozess wird man durch unter „advice“ gelistete Tipps und Erfolgs- bzw. Fehlermeldungen zu den einzelnen Schritten unterstützt. Weitere Hilfestellungen bieten passende Artikel im Help-Center und kostenlose Webinare zur Shop-Erstellung. Wer bereits einen Onlineshop auf Basis eines anderen Systems besitzt, kann diesen dank expliziter Unterstützung für eine Vielzahl an Systemen sehr unkompliziert zu Shopify umziehen. Darüber hinaus lassen sich Produktdateien selbstverständlich per CSV importieren.
Ist eine Agentur nötig?
Da Shopify sehr Anfänger-orientiert aufgebaut ist und etliche Hilfestellungen bietet, lässt sich die Einrichtung und Verwaltung eines Shops hier für gewöhnlich im Alleingang bewältigen. Auf die Unterstützung einer Agentur kann man also gut verzichten.
Kosten
Welche Tarife gibt es?
Shopify wird in 3 unterschiedlichen Tarifen angeboten, für Nutzer mit speziellen Anforderungen gibt es zusätzlich zwei spezialisierte Tarife. Die 3 Standard-Tarife sind „Basic Shopify“ ($29 monatlich) „Shopify“ ($79 monatlich) und „Advanced Shopify“ ($299 monatlich). Wenn man einen dieser 3 Tarife wählt und für ein, zwei oder drei Jahre im Vorhinein bucht und bezahlt erhält man 0%, 20% bzw. 25% Rabatt. Falls man keinen kompletten Onlineshop betreiben möchte, sondern lediglich eine Verkaufsfunktion für seine Website benötigt oder nur über Facebook verkaufen möchte, bietet sich der Sondertarif „Shopify Lite“ für nur $9 pro Monat an. Darüber hinaus gibt es außerdem eine Enterprise-Version namens „Shopify Plus“. Hier variieren die Preise, sie werden Projektabhängig festgelegt.
Fallen zusätzliche Gebühren an?
Shopify berechnet keine Gebühren für die Einrichtung oder zusätzliche Bandbreite, Produktanzahl oder Speicherplatz. Für deutsche Nutzer fallen auch die Transaktionsgebühren, welche bei der Nutzung von Shopifys eigenem Bezahldienst Shopify Payments“ anfallen würden, weg, da dieser in Deutschland nicht verfügbar ist. Das Bedeutet aber, dass man in jedem Fall einen externen Bezahldienst benötigt um Kartenzahlungen entgegennehmen zu können, wodurch zusätzliche Kosten entstehen können. Außerdem werden tarifabhängig Kreditkartenraten fällig, die in Online- und in-Person-Raten aufgeteilt sind, und Online 2,9%/2,7%, 2,6%/2,4% und In-Person: 2,4%/2,2% betragen.
Funktionen
Verwaltung – wie steht es um den Funktionsumfang?
Das CMS der Software macht das Hinzufügen neuer Seiten und Produkte sehr unkompliziert, optional können letztere auch als CSV-Datei importiert und exportiert werden. Ein Bestandsmanagement ist ebenso wie ein Point-of-Sale-System Teil des Funktionsumfangs. Bestellungen aus allen aktiven Verkaufskanälen werden automatisch im Backend angezeigt. Zudem kannst du dich als Shopbetreiber über Email, RSS-Feed, oder Desktopbenachrichtigungen über eingehende Bestellungen in Kenntnis setzen lassen. Bestellungen können auch manuell angelegt werden, besonders praktisch ist das, wenn du auch im Laden verkaufst oder telefonische Bestellungen anbietest. Des Weiteren verfügt Shopify über ein Cart-Recovery System, und ein Risikoanalyse-System, welches je nach Tarif unterschiedlich ausgebaut ist. Kundenprofile werden nach einer Bestellung automatisch erstellt, und können auch manuell angelegt werden. Diese können über das Backend weiter kategorisiert, mit Attributen versehen und exportiert werden. Beim Versand bietet Shopify im Gegensatz zu den meisten Systemen auch Dropshipping an. Statistiken können bei allen Tarifen über Google Analytics, bei den höheren Tarifen auch über Shopifys eigene Tools, eingesehen werden. Das einzige größere Hindernis stellen die Steuereinstellungen dar. Da die Software für den amerikanischen Markt gedacht ist, müssen deutsche Steuersätze manuell angelegt werden. Das Verkaufen von Produkten mit mehreren Steuersätzen ist nur über Umwege möglich.
Welche Möglichkeiten bietet die Shop-Oberfläche?
Bei Shopify hast du Zugriff auf umfangreiche Tools zur Produktpräsentation. So kannst du selbstverständlich Produktfotos und eine Produktbeschreibung hinzufügen. Diese kann Links und Tabellen enthalten. Darüber hinaus können Produktvarianten mit bis zu 3 Parametern erstellt werden, die nach Angabe der bestimmenden Parameter auch automatisch bestimmt werden können. Produkte können Zudem mit Tags für die Suchfunktion versehen werden. Der verkauf von digitalen Produkten (Software, Musik, etc.) ist nur über eine App möglich, personalisierte Produkte werden überhaupt nicht unterstützt. Der Checkout ist grundsätzlich auf mehrere Seiten aufgeteilt, ein One-Page-Checkout ist nur über die inoffizielle Erweiterung „carthook“ möglich.
Welche Marketing-Features sind gegeben?
Shopify verfügt über umfangreiche Marketing Features, und was nicht von Haus aus vorhanden ist kann im Normalfall per App nachgerüstet werden. Dazu gehören Social-Media-Buttons für Twitter, Facebook und Google +, Rabatt- oder Gutschein-Codes und prozentuale Rabatte, Ein Vergleichstool für Preise oder Optionen für einen Newsletter. Du kannst deinen Kunden außerdem die Möglichkeit bieten deinen Shop oder einzelne Produkte zu bewerten.
Des Weiteren verfügt Shopify über alle grundlegenden SEO-Funktionen, du kannst also für die Produkte Meta Title, Meta Description, etc. problemlos festlegen, eine XML Sitemap für Suchmaschinen wird automatisch festgelegt. Weitere SEO Funktionen können selbstverständlich über den App Store nachgerüstet werden.
Ist Shopify für den internationalen Verkauf geeignet?
Von Haus aus wird Mehrsprachigkeit von Shopify zwar nicht unterstützt, dieses Feature kann jedoch mit der Erweiterung „Languify“ nachgerüstet werden. Mithilfe dieser App kannst du deinen Shop in unterschiedlichen Sprachen gleichzeitig erstellen, der Shop passt sich dann sogar automatisch an die Browsersprache der Kunden an. Außerdem können die Preise in unterschiedlichen Währungen hinterlegt werde, die Zahlung erfolgt aber immer in der Standardwährung.
Erweiterungen & Modularität
Shopify ist zwar nicht modular aufgebaut, verfügt aber über einen App Sore mit einem großen Umfang an Erweiterungen. Dieser beinhaltet alle Grundfunktionen, welche im Funktionsumfang der Software selbst fehlen, und einige spezielle Erweiterungen. Viele der Apps sind kostenlos, bei anderen wird eine monatliche Gebühr erhoben.
Welche Schnittstellen bietet Shopify?
Shopify bietet Schnittstellen zu allen gängigen Zahlungsdienstleistern wie Skrill, PayPal oder Amazon Payments, und unterstützt viele Versandtdienste, darunter FedEX, UPS und DHL. Schnittstellen für den Multichannel-Verkauf über Marketplaces wie Ebay oder Amazon Marketplace lassen sich per App nachrüsten.
Wie wird Shopify gehostet?
Wie üblich für Mietshop-Systeme wird Shopify vom Anbieter selbst auf dessen eigenen Servern gehostet. Eine kostenlose Shopify-Subdomain ist in jedem Tarif inbegriffen (beispielsweise http//meinShop.shopify.com), eine individuelle Domain hingegen musst du entweder extra erwerben oder über Shopify bestellen. Die verfügbare Bandbreite ist bei allen Tarifen unbegrenzt, ein Content-Delivery-System zur Verkürzung der Ladezeiten ist ebenfalls mit dabei. Bei der Server-Perfomance gibt es nichts zu bemängeln, die durchschnittliche Uptime beträgt 99,9%. Das einzige Manko im Bereich Hosting ist das Fehlen eines Email-Postfachs, Shopify unterstützt lediglich die Weiterleitung an eine externe Email-Adresse.
Sicherheit
Sind die Server sicher?
Die Software wird regelmäßig automatisch geupdatet, Server Back-ups werden täglich durchgeführt. Die Sicherheit deiner Daten ist somit garantiert. Optional kannst du auch manuell zusätzliche Backups im CSV Format anfertigen. Shopify ist beim PCI DSS nach Level 1 zertifiziert, der Anbieter bietet also hervorragenden Datenschutz.
Wie ist der Checkout abgesichert?
Nicht nur der Checkout eines jeden Shopify Shops, sondern gleich der ganze Shop ist standardmäßig mit einem SSL-Zertifikat verschlüsselt.
Ist Shopify DSGVO konform?
Da Shopify auf den amerikanischen Markt zugeschnitten ist, müssen Besonderheiten des deutschen Marktes extra ergänzt werden (Impressum, AGB etc.) teilweise ist das recht kompliziert und erfordert gar Kostenpflichtige Apps. Shopify kann mit einigem zusätzlichen Aufwand also so aufgerüstet werden, dass es allen Auflagen des deutschen Marktes entspricht. Das System weißt einen aber nicht auf diese Änderungen hin, hier muss man sich also vorab informieren und sehr gründlich vorgehen.

Design und Aufbau
Wie ist das Backend aufgebaut?
Das Shopify Backend ist zwar sehr einsteigerfreundlich aufgebaut und unterstützt dich mit vielen Tipps etc., es ist jedoch nur in englischer Sprache verfügbar. Je nachdem wie sicher du im Umgang mit der englischen Sprache bist könnte dies einen großen Nachteil darstellen. Ein Pluspunkt hingegen sind die Möglichkeiten zur mobilen Verwaltung. Das Verwaltungsbackend ist nicht nur für die Verwendung über Mobilgeräte optimiert, es gibt dafür sogar eine eigene Android/iOS App.
Wie sieht das Frontend aus
Wie bei allen Systemen ist ein Shopify Shop in Kategorie- und Shopseiten unterteilt. Die Optik ist natürlich stark vom gewählten Theme abhängig, insgesamt ist das Shopify-Frontend jedoch übersichtlich und unkompliziert. Die Produkte können mit Zoombaren Fotos und Bildergalerien, sowie umfangreichen Produktbeschreibungen inklusive Tabellen und Links, und sogar mit Videos präsentiert werden.
Design – wie gut sind die Templates?
Seine Themes bezieht Shopify aus dem eigenen Themestore. Dieser umfasst über 140 kostenpflichtige ($100-$180) und 24 kostenlose Themes. Alle Themes sind branchenangepasst und nach diesen kategorisiert. Sowohl die kostenpflichtigen als auch die kostenlosen Themes sind optisch ansprechend und modern gestaltet. Vor dem Erwerb kannst du dank Vorschaufunktion begutachten wie dein eigener Shop mit dem betreffenden Theme aussehen würde. Alle Themes sind außerdem responsiv, also automatisch für die mobile Ansicht optimiert.
Bei Shopify kannst du mehrere Themes, bis zu 20 insgesamt, gleichzeitig speichern und mit einem Klick zwischen diesen wechseln. Das Layout kann völlig ohne Programmierkenntnisse verändert werden, für umfangreichere Veränderungen an den Templates benötigt man aber Kenntnisse in HTML, CSS, und Liquid. Wer über die nötigen Kenntnisse verfügt kann auch eigene Themes erstellen oder hochladen.
Vorteile und Nachteile kurz aufgelistet
Vorteile
Kostenloser 14-Tage-Trial
Keine Vorkenntnisse/Programmierkenntnisse erforderlich
Großer Funktionsumfang
SSL-zertifikat inbegriffen
Nachteile
Englischsprachiges Backend
Mangelnde Anpassung an den deutschen Markt
Keine E-Mail-Postfächer

Fazit
Insgesamt haben unsere Erfahrungen mit Shopify gezeigt, dass das System, abgesehen von der mangelnden Anpassung an deutsche Auflagen, alles mitbringt was ein ausgewachsenes Shopsystem heutzutage braucht, und mit etwas Zusatzaufwand auch für den deutschen Markt geeignet ist.

Shopify – Auch für den deutschen Markt relevant?
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